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Problemlöser — kann man das lernen?

Problemlösen lernen — klingt gut. Aber ist es wirklich eine Fähigkeit, die man sich aneignen kann? Oder ist es eine Grundhaltung, die man entweder hat oder nicht?

Houston we have a problem

Kennst du diese Menschen?

Egal welche Frage du stellst — da kommt irgendetwas Sinnvolles zurück. Nicht weil sie genau dieses Problem schon hundertmal gelöst haben. Sondern weil sie irgendwie anders drauf sind. Eine andere Frequenz. Eine andere Grundhaltung gegenüber dem Unbekannten.

Ich kenne solche Menschen. Ich bin froh dass ich mit einigen davon arbeite. Und ich beobachte seit Jahren was sie gemeinsam haben — und was nicht.

Methoden kann man lernen. Die Einstellung nicht.

Es gibt unzählige Frameworks für Problemlösung. Design Thinking. Root Cause Analysis. First Principles. 5 Whys. MECE. Alle haben ihren Platz. Alle können nützlich sein.

Aber echte Problemlöser brauchen die meistens nicht. Oder zumindest nicht bewusst.

Was sie haben ist etwas anderes: Eine echte Neugier auf das Problem. Die Bereitschaft nicht sofort zur Lösung zu springen. Und eine bestimmte Reaktion auf Situationen die niemand sonst kennt — nämlich: Interesse statt Panik.

Das ist keine Technik. Das ist Charakter.

Das Wichtigste zuerst: Das Problem verstehen

Bevor irgendjemand auch nur ansatzweise über Lösungen nachdenken sollte, muss das Problem klar sein. Wirklich klar. Nicht „wir haben ein IT-Problem“ klar — sondern präzise, konkret, spürbar.

Dafür gibt es zwei Wege: Entweder du kannst das Problem selbst so gut erklären, dass jemand anderes es sofort versteht. Oder du kannst die richtigen Fragen stellen.

Es ist Gold wert, wenn man ein Problem wirklich gut erklären kann. Weil eine gute Problembeschreibung die halbe Lösung ist. Oft sogar mehr.

Was muss sich verändern? Was wäre der Wunsch? Was würde es mit dir machen, wenn dieses Problem nächste Woche einfach nicht mehr da wäre?

Diese Fragen klingen simpel. Aber die Antworten darauf zeigen fast immer: Das eigentliche Problem ist ein anderes als das, über das alle reden.

Das „Gen“ das kein Gen ist

Ich glaube nicht dass echte Problemlöser damit geboren werden. Aber ich glaube auch nicht dass man es einfach „lernen“ kann wie man Excel lernt.

Was ich glaube: Es formt sich früh. Aus Neugier. Aus Erfahrungen wo man keine andere Wahl hatte als kreativ zu sein. Aus einem Umfeld das Fragen belohnt hat statt Antworten. Aus einem inneren Drang Dinge verstehen zu wollen — nicht nur benutzen.

Es ist weniger Fähigkeit als Haltung. Und Haltungen lassen sich verschieben — aber nur wenn man es wirklich will.

Warum ich tue was ich tue

Gib mir ein Problem das ich noch nie gelöst habe. Dann bin ich glücklich.

Nicht weil ich Chaos liebe. Sondern weil ich die Abwechslung brauche. Weil ein Problem das ich noch nicht kenne mich zwingt wirklich nachzudenken. Wirklich hinzuschauen. Nicht auf Autopilot zu laufen.

Das ist übrigens genau der Grund warum es MacNorris gibt. Nicht weil wir in einer bestimmten Branche die Besten sind. Sondern weil wir uns auf das Unbekannte einlassen können — und wollen. Weil das Lösen selbst der Antrieb ist, nicht die Branche, nicht das Tool, nicht die Methode.

Wer das in sich trägt, kann vieles lernen. Wer das nicht in sich trägt, kann vieles wissen — aber im entscheidenden Moment steht er vor einer Wand.

Also: Kann man Problemlösen lernen?

Teilweise. Du kannst Methoden lernen. Du kannst besser werden im Fragen stellen. Du kannst trainieren das Problem zuerst zu verstehen bevor du zur Lösung springst.

Aber die Grundeinstellung — die echte Neugier, das Aushalten von Unklarheit, der Spaß am Unbekannten — die kannst du nicht aus einem Kurs mitnehmen.

Die ist da. Oder nicht.

— Robert

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